Berliner Mediationstag

11. BERLINER MEDIATIONSTAG

Wann: 22.09.2017
Wo: Harnack-Haus – Tagungsstätte der Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V., Ihnestr. 16-20 in 14195 Berlin
Referent: Manfred Prior – Punkt, Punkt, Komma, Strich – fertig ist die Lösungssicht

In Beratung, Coaching, Psychotherapie oder Mediation hat man es oft mit vielschichtigen Problemen in komplexen Systemen zu tun. Aus Sicht des Klienten erfordert das eine Anfangsphase, in der der Klient den Berater/Coach/Therapeut/Mediator über das Problem bzw. die Ausgangslage informiert. Dieser muss die Dinge zunächst mit den Augen des Klienten sehen und ihn davon überzeugen, dass er ihn genauso verstanden hat, wie sich der Klient verstanden wissen will. Erst danach ist der Klient offen für die eigentliche Beratung, für neue Impulse, Empfehlungen, Interventionen, Mediation, Coaching etc. .

Wie kann man diese Phase, in der der Klient den Berater auf seinen Ausgangsstand bringt, so gestalten, dass der Klient von Anfang an von seinem Erklären des Problems profitiert? Wie kann man sich als Berater so über ein Problem informieren lassen, dass auch der Klient von Anfang an klüger wird? Der Autor der MiniMax-Interventionen hat aus der Beratungspraxis heraus ein Vorgehen entwickelt, das es ermöglicht, komplexe Probleme aus dem Stegreif mit wenigen einfachen Strichen skizzenhaft auf Papier graphisch darzustellen.

Diese einfachen skizzenhaften Darstellungen komplexer Probleme erleichtern es, ein Problem sehr schnell und genau zu verstehen und den Klienten sichtlich davon zu überzeugen, dass man ihn mit seinem Problem gut und präzise verstanden hat. Darüber hinaus führt das gemeinsam entwickelte Bild der Ausgangssituation fast immer dazu, dass der Klient neue Möglichkeiten entdeckt und sich die Gefühle des Klienten deutlich verändern (mehr Zugang zu Gefühlen oder mehr Abstand von Gefühlen in Verbindung mit mehr Zugang zu einem „vernünftigen“ Umgang mit dem Problem). Die gemeinsam entwickelten Bilder werden dabei so gestaltet, dass sie die Orientierung erleichtern, Neues vor Augen führen, verborgene Wege finden lassen und neugierig auf Unentdecktes machen.

Am Fachtag wird dieses Vorgehen demonstriert und so eingeübt werden, dass man künftig damit arbeiten und seinen eigenen Stil des visualisierenden Verstehens entwickeln kann.

Die besten Voraussetzungen für die Erweiterung des kommunikativen Repertoires um eine visuelle Komponente bringt mit, wer nur so gut malen/zeichnen kann wie ein 5 – 6 jähriges Kind, nach herkömmlichen Maßstäben nicht gut (und vor allem nicht besser als der Klient) malen kann und keine künstlerischen Ambitionen hat.

 

Dr. phil. Dipl.-Psych. Manfred Prior ist seit 1986 selbständig in eigener Praxis als Coach, Berater, Therapeut und Supervisor tätig. Als Ausbilder der Milton Erickson Gesellschaft (MEG) breite Fortbildungstätigkeit in Erickson´schen Ansätzen der Psychotherapie und modernen Kurzzeittherapieverfahren. Autor der „MiniMax-Interventionen“ (Minimale Interventionen mit maximaler Wirkung), von „MiniMax für Lehrer“ und von „Beratung und Therapie optimal vorbereiten – Informationen und Interventionen vor dem ersten Gespräch“. www.meg-frankfurt.de