Vom Umgang mit starken Emotionen – Thema des 5. Berliner Mediationstags

Die Psychoanalytikerin Verena Kast aus Zürich schreibt und forscht seit vielen Jahren zu dem Thema Emotionen. Bekannt sind ihre Bücher zu Trauer und Angst, die sie schrieb, bevor das Thema von einer breiteren Öffentlichkeit behandelt wurde. Dies zeigen auch Veröffentlichungen wie „Emotionale Intelligenz” von Daniel Goleman oder der Nachtrag zum Harvard Konzept „Erfolgreicher verhandeln mit Gefühl und Verstand” von Roger Fisher u.a.

Emotionen sind biologisch. Sie sind mit Vorstellungen verbunden. Sie sind wichtig zur Orientierung und enthalten eine Mitteilung an die eigene Person. Sie können so stark sein, dass sie nicht erlebt werden können und abgespalten werden.
Emotionen können Vorstellungen beeinflussen und darin liegt nach Verena Kast auch die besondere Bedeutung von Emotionen. Durch unsere Vorstellungskraft bekommen wir Zugang zu unserer Kreativität. Emotionen sind ansteckend.

„Ich habe Angst” ist ein Gefühl.
Es gibt 440 Möglichkeiten, Angst auszudrücken. Zu diesem Thema referiert Verena Kast, dass es sich bei Angst um ein Gefühl handelt, von einer Gefahr ergriffen zu sein, von der man nicht weiß, wie man mit ihr umgehen soll. Eine gute Portion Angst ist lebenswichtig. Es gibt unterschiedliche Ansätze zur Bewältigung von Angst.

  1. Hilfe zur Selbsthilfe – der andere Mensch als Begleiter und Helfer
  2. Direkte Handlungsanweisungen
  3. Kognitive Strategien – Fragen stellen: „Wie wahrscheinlich ist es, dass die Befürchtungsphantasien eintreten?”
  4. Einen besseren Umgang mit Ärger üben
  5. Entwicklung von Kompetenzen wie Verbesserung des Selbstwertgefühls

Das soziale Umfeld ist das A und O im Umgang mit der Angst. Sobald in Versuchen mit Affen ein zweiter Affe zur Seite steht, reduziert sich die Angst des ersten Affen. Das funktioniert auch bei anderen Säugetieren.
Unsere Träume sind zu 70% Angst.
Die beste Methode zum Umgang mit Angst ist zu verlangsamen. Zum Beispiel durch die Frage: „Was kann Dir eigentlich passieren?”
Der Soziologe Ulrich Beck schreibt in seinen Büchern, dass der Umgang mit Angst in unseren stark differenzierten Gesellschaften eine Schlüsselqualifikation darstellt.
Wie bei jeder Emotion ist es wichtig, in Kontakt mit der Emotion zu kommen, um dann wieder Abstand zu ihr zu gewinnen.

Fortsetzung des Blogbeitrag zu Verena Kast folgt.

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