Streitkultur 2010 – Kongress des BM – 16.-18.9.2010

Um es gleich vorwegzunehmen: Ein von Anfang bis Ende gelungener Kongress!

Weit über 500 Besucher fanden sich im Hotel Berlin Berlin ein. Tatsächlich hatte der Bundesverband Mediation Grund zum Feiern: 18 Jahre nach seiner Gründung präsentiert er sich mit 1500 Mitgliedern und einer kontinuierlich qualifizierten Arbeit im Dienste der Mediation. Am gleichen Tag erschien übrigens die Frankfurter Allgemeine Zeitung mit „Wulf als Mediator” auf der Titelseite und Harald Schmidt erklärte abends in seiner Sendung, dass Mediatoren vermitteln und eine neue wichtige Tätigkeit in unserer Gesellschaft ausüben – fast wie bestellt…

Aber zum Kongress: Mit dem gesungenen Auftakt „This is the Moment“ wurde der Kongress feierlich begonnen. Prof. Dr. Joachim Bauer hielt den Eröffnungsvortrag. Der erste Tag war den Wurzeln der Mediation gewidmet. Dazu moderierte Tilman Metzger eine Podiumsdiskussion mit vier Vertretern unterschiedlicher Mediationsrichtungen. Ortrud Hagedorn repräsentierte die ehrenamtliche Tätigkeit von Mediatoren/innen, besonders im Schulbereich, als Konfliklotsen. Anita von Hertel vertrat die Richtung „Mediation als Dienstleistung”, Christoph Paul erläuterte, warum Mediation eine Haltung ist. Und schließlich pointierte Harald Pühl Mediation als Beratungstool. Die Diskussion war lebhaft und phasenweise kontrovers. Schließlich zeigte sich jedoch, dass die unterschiedlichen Richtungen den anderen Positionen etwas abgewinnen konnten. Abgerundet wurde die Podiumsdiskussion durch den Auftritt der Playback-Gruppe „Just-now”, die viel Applaus und Begeisterung auslöste.

Der zweite Tag stand unter dem Motto „Mediation heute” und begann mit einem Vortrag zum Thema „Gleichheit, Freiheit, Brüderlichkeit”. Dabei kamen Themen der Mediation und des Mediationsverbandes zur Sprache, die einer Überprüfung harren wie zum Beispiel das Prinzip der Freiwilligkeit. Wie freiwillig sind die Mediationen tatsächlich, die wir machen? Und wie gleich sind die Konfliktpartner, die in die Mediation kommen?

Im Laufe des Freitags und auch des Samstags wurde die Vielfalt der Mediationsszene und der im Bundesverband Mediation versammelten Kompetenzen in den vielfältigen Workshops deutlich. Schon allein der Blick auf die versammelten Kongressteilnehmer – ob jung oder fortgeschrittenen Alters, ob stilvoll oder leger – offenbarte eine Vielfalt und Buntheit, die immer wieder beeindruckend ist und die den Verband auszeichnet.

Abends feierte und tanzte der Kongress – auch ein Merkmal dieses Verbandes, der einerseits Kompetenz zeigt und andererseits Feste feiern kann.

Der Samstag war der Zukunft gewidmet – welche Konflikte bringt die Zukunft und wofür müssen die Mediatoren/innen des 21. Jahrhunderts gerüstet sein? Prof. Dr. Kreibich, Zukunftsforscher zeichnete in seinem Vortrag „Sie tun nicht was sie wissen” ein düsteres Bild, besonders im Hinblick auf die Umweltzerstörung. Wenn China schon heute seine agrarischen Flächen fast komplett ausnutzt und sich nicht mehr selbst ernähren kann, ahnt man, welche Konflikte und Herausforderungen die Zukunft bereit hält.

Mehrere Workshops beschäftigten sich mit Themen der Zukunft. Nachmittags hielt Prof. Stephan Breidenbach einen Vortrag zu den Perspektiven der Mediation und erläuterte, in welchen Arbeitsfeldern die Kompetenz von Mediatoren/innen zukünftig gefragt und von Nutzen sein wird. Zum Beispiel kann Mediation als Führungsinstrument eingesetzt werden oder zur Unterstützung neuer Formen der Partizipation beitragen.

Abgeschlossen wurde der Kongress mit Standing Ovations für das Kongressleitungsteam, Sosan Azad, Roland Kunkel, Rita Wawrzinek und Doris Wietfeldt, die mit der Unterstützung von unzähligen Projektleitern und deren Projektgruppen diesen fantastischen Kongress in zweijähriger Arbeit vorbereitet und organisiert haben. Hut ab vor dieser ehrenamtlichen Glanzleistung und bis in 2 Jahren beim nächsten Kongress des Bundesverbandes Mediation.

 

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