Mediation oder Gericht – was denken die Deutschen? – Der ROLAND Rechtsreport 2010

Die Roland Rechtsschutz-Versicherungs AG hat zusammen mit dem Institut für Demoskopie Allensbach (IfD) eine repräsentative Studie durchgeführt, um Einstellungen und Erfahrungen der deutschen Bevölkerung im Hinblick auf Recht, Gerichte und den Rechtsstaat zu ermitteln. Mit Blick auf die europäische Mediationsrichtlinie, die Mitte 2011 in deutsches Recht umgesetzt sein soll wurde auch das Thema Mediation als Variante der außergerichtlichen Streitregelung betrachtet.

Fast die Hälfte der Bevölkerung (48%) glaubt, dass in der Mediation viele Streitigkeiten beigelegt werden können. Als Vorteile gegenüber einem Gerichtsverfahren werden geringere Kosten und die Möglichkeit einer für alle Beteiligten annehmbaren Lösung gesehen. Skeptiker (39% der Gesamtbevölkerung) befürchten, dass „nur geredet” und „nichts entschieden” wird und sich das Verfahren so endlos in die Länge ziehen könnte.
Vor die Wahl gestellt, welches Verfahren sie im Streitfall bevorzugen würden, wählen 44% der Befragten die Mediation und 20% das Gerichtsverfahren.
Dabei haben sie relativ genaue Vorstellungen davon, für welche Arten von Auseinandersetzungen sich welches Verfahren eher eignet. In Konflikten mit Nachbarn und Verwandten wird die Chance zu einer gütlichen Einigung eher in der Mediation gesehen. Geht es um konkrete finanzielle Angelegenheiten, fällt die Wahl mehrheitlich auf das Gerichtsverfahren.

Insgesamt besitzen zwei Drittel der Deutschen ein solides Vertrauen in ihre Gerichte, gleichzeitig empfinden aber fast ebenso viele den Gedanken als unangenehm, in einen Prozess verwickelt zu werden. Deshalb möchte die Hälfte der Befragten ein Gerichtsverfahren vermeiden und würde im Streit möglicherweise auch nachgeben.
Es besteht also ein deutlicher Bedarf an Formen und Angeboten alternativer Streitbeilegung wobei Mediation überwiegend positiv und erfolgversprechend wahrgenommen wird. Inzwischen haben 57% der Deutschen bereits von Mediation gehört und die gesellschaftliche Aufmerksamkeit dafür wächst weiter.

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