Die Ombudsfrau der Deutschen Bahn zu Gast bei der Fachgruppe „Mediation in Organisationen – Wirtschaftsmediation“

Im Juni diesen Jahres kam es zu einem Erfahrungsaustausch zwischen der Ombudsfrau Frau Gantz-Rathmann der Deutschen Bahn und der Fachgruppe „Mediation in Organisationen – Wirtschaftsmediation” des Bundesverbandes Mediation e.V. hier in Berlin.

Seit fünf Jahren gibt es bei der Deutschen Bahn die Stelle der Ombudsfrau. Sie ist intern Ansprechpartnerin für Konflikte zwischen Mitarbeitern, zwischen Führungskräften und Mitarbeitern. Frau Gantz – Rathmann hatte damals mit viel Interesse die Stelle der Ombudsfrau angenommen. Sie ist Juristin und hat unter anderem viele Jahre als Richterin gearbeitet. Sie hatte schon immer eine starke Affinität zu konsensualen Art der Konfliktlösung. Als Mitglied des HR Meetings berichtet Sie direkt an den Vorstand.

Schnell zeigte sich ein großes Interesse der Mitarbeiter an der Konfliktvermittlung. Natürlich gab es bei der Deutschen Bahn auch bevor die Stelle der Ombudsfrau geschaffen wurde, viele Angebote zum Umgang mit Konflikten.

Inzwischen ist Frau Gantz-Rathmann ausgebildete Mediatorin und plant zum Ende des Jahres eine Gruppe interner Mediatoren bei der Deutschen Bahn auszubilden.

Der Austausch zwischen Experten der Konfliktbearbeitung war sehr fruchtbar, weil man sich fachlich zu einzelnen Fälle und deren Besonderheit sich austauschen konnte.
Für Frau Gantz-Rathmann ist Mediation kein Führungsinstrument. Bei Mediation geht es ihrer Meinung um Alltagsklärung.

Besonders spannend schien mir der Aspekt, dass Frau Gantz-Rathmann betonte, dass die Anzahl der bearbeiten Konflikte nicht die vorrangige Auswirkung Ihrer Tätigkeit als Ombudsfrau war, sondern dass innerhalb des Konzerns der Deutsche Bahn das Thema Konflikte mehr an Akzeptanz gewonnen hat. Es ist normaler geworden, Konflikte anzusprechen, ohne zugleich zu denken, eine Schwäche zu thematisieren. Dann liegt der Vorteil einer alternativen Konfliktlösung auch darin, die Unternehmenskultur in Hinblick auf Konflikte positiv zu beeinflussen.

Der Austausch zeigte, dass sich in einzelnen Unternehmen viel tut zu dem Thema alternative Konfliktbearbeitung. Ein Hinweis dafür ist auch der „Round Table Konfliktmanagement und Mediation”, den die Firmen E.ON, SAP, Audi, Siemens, Bombardier Transportation, die Deutsche Bahn AG, die Deutsche Telekom AG und weitere namhafte Unternehmen ins Leben gerufen haben. Ziel der Initiative, die von E.ON und SAP gegründet wurde, ist der unternehmensübergreifende Erfahrungsaustausch über Fragen des Konfliktmanagements, daneben aber auch die Steigerung der Akzeptanz speziell der Wirtschaftsmediation “von innen heraus”.

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