Positiv denken – zum Thema Optimismus

Die Diskussion um Optimismus geht schon seit Jahren um die Kontroverse, ob es nicht auch nachteilig sein kann, zu optimistisch zu sein.

Jetzt zeigen wissenschaftliche Ergebnisse genauer, wie es sich mit dem Optimismus verhält.

„Vorteilhaft ist nicht nur ein objektiv begründeter Optimismus, sondern sogar ein leicht illusionärer.”

Die Wissenschaft bestätigt positive Auswirkungen einer optimistischen Lebenseinstellung, nimmt aber gleichzeitig dem Optimismus-Kult den Wind aus den Segeln. Das „Du schaffst es”-Mantra der Motivationseinpeitscher ist offenbar für die wenigsten ein belastbares Erfolgs-Fundament.

Insgesamt halten Psychologen und Motivationsforscher die optimistische Perspektive für funktionaler als realistische und pessimistische Einstellungen. Dies gilt, wenn die Zuversicht von Erfahrungswerten und Wahrscheinlichkeiten gestützt wird. Mit so einer Einstellung strebt man mehr an als kühle Realisten für erwartbar halten und kann deshalb das Beste unter den bestehenden Möglichkeiten erreichen.
Wenn man also davon ausgeht, dass man höher zielen muss, als man treffen will, warum nicht gleich noch ein wenig höher zielen?
Vor unbegründetem und übertriebenem Optimismus wird allerdings gewarnt, denn der geht schnell einher mit hoher Risikobereitschaft und dem Unterschätzen von Gefahren. Ohne eine Prise Realismus wird man zum Spieler und erreicht dann viel seltener gute Ergebnisse.
Begründete positive Erwartungen sind also durchaus nützlich, Phantasie und Wunschträume dagegen weniger.
Dabei kann auch der vielgescholtene Pessimismus Vorteile haben. Wissenschaftler sprechen z.B. von einem „defensiven Pessimismus” bei dem man sich sozusagen vorbeugend mit möglichen Schwierigkeiten beschäftigt. So können Ängste bekämpft und Maßnahmen getroffen werden, um auftretenden Problemen angemessen zu begegnen.

Muss man Optimismus trainieren?
Dass man es kann, behaupten viele Trainer in ihren Seminarbeschreibungen.
Der Nutzen solcher Versuche der Verhaltensänderung wird von Psychologen aber eher skeptisch betrachtet. Solange Menschen mit ihren Lebens-Strategien zurecht kommen, gäbe es keinen Grund, sie umzuprogrammieren. Zuversicht und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten entwickelt man am besten, wenn man sich ausprobiert, einsetzt und möglichst vielfältige Erfahrungen sammelt.

Quelle: managerSeminare Februar 2011 S. 38-44

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