Intuition im Management – Wie das Bauchgefühl entsteht und was es leistet

Der unerschütterliche Glaube an den Menschen als rational begabtes Wesen, der nur in schwierigsten Situationen emotional wird, ist nach wie vor sehr verbreitet. In Zeiten der hohen Geschwindigkeit und steigender Komplexität werden intuitive Entscheidungen immer wichtiger. Peter Kruse erklärt die Intuition als beste Form der Komplexitätsverarbeitung. Die neuesten Erkenntnisse aus der Entscheidungsforschung und Neurologie belegen, dass es klüger sein kann, das Denken sein zu lassen, wenn man geübt ist, seiner Intuition zu folgen. Das bedeutet aber nicht, das rationale Denken völlig auszuschließen. Es kommt auf die richtige Kombination der beiden Denkarten an.

Intuition greift auf das Erfahrungswissen zurück, was im Laufe eines Lebens angesammelt wurde. Natürlich ist dieses Wissen immer nur so gut, wie die Erfahrungen der jeweiligen Person. Intuition kann trainiert werden. Sie ist eine Grundfunktion des Gehirns. Trainiert werden kann der Zugang zur Intuition, der richtige Umgang mit der inneren Stimme und die geschickte Anwendung des „Bauchgefühls”. Professor Gerd Gigerenzer, Direktor am Max Planck Institut für Bildungsforschung, sagt: „Intuitive Entscheidungen sind nicht nur ökonomischer und schneller, sondern oftmals auch besser.” (Gerd Gigerenzer – Bauchentscheidungen, München 2007). Diese Haltung ist auch im Management schwer vermittelbar. Noch immer gilt das rationale Denken als die entscheidende Größe. Besonders die Neurologie zeigt, dass unser Gehirn blitzschnell und unbemerkt jeden aktuellen Sachverhalt bewertet und schneller als das rationale Denken zu einer Entscheidung gelangt. Diese enorme Schnelligkeit der Intuition ist es, die sie besonders für komplexe Entscheidungsprozesse interessant macht. Darüber hinaus wird Intuition für die Situationen wichtig, wo zu wenige oder zu viele Informationen vorliegen.

Intuition kann auch in die Irre führen. Diesen Aspekt behandelt Gerald Traufetter in seinem Buch „Intuition – die Weisheit der Gefühle”. Die Intuition ist immer nur so gut wie die Erfahrungen, die der Einzelne in dem jeweiligen Fachgebiet bereits gesammelt hat. Bei Teams mit erfahrenen Mitgliedern kann die Zeit der Besprechungen gekürzt werden. Anfänger sollten sich mehr Zeit nehmen, um zu besseren Ergebnissen zu gelangen.

Intuition muss nicht trainiert werden. Wichtig ist, sie zuzulassen und richtig mit ihr umzugehen. Nach der bewussten Auseinandersetzung mit einem Thema ist es wichtig, dem Kopf die Möglichkeit zu geben, abzuschalten. Sparzieren gehen, Pause machen oder schlafen hilft. Intuitive Eingebungen sollen rational überprüft und nachvollziehbar gemacht werden.

 

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