„Coaching wird salonfähig“

So titelt das Handelsblatt am Freitag, den 18.3.2011 in seiner Ausgabe (S. 58/59). Nicht nur Spitzenmanager lassen sich in unterschiedlichen Situationen durch Coaches unterstützen. Der Leiter der internationalen Geschäftsentwicklung einer Krankenversicherung wird zitiert: „Es gibt ja keine spezielle Führungskräfteausbildung.” Coaches sind für Manager „versierte Gesprächspartner”. Und sie werden immer wieder zu Rate gezogen, wenn Handlungs- oder Gesprächsbedarf besteht.

Das Handelsblatt berichtet, dass Vorstände und Geschäftsführer nicht sehr offen darüber reden, dass sie von einem Coach begleitet werden. Coaching dient der jungen Managergeneration zur Optimierung der eigenen Leistung in Sachen Strategie, Umsatz, Karriereentwicklung oder Mitarbeiterführung. Junge Vorstände und Spitzenkräfte der Wirtschaft stehen dazu, erstklassige Trainer und Coaches um Rat zu fragen. Zitiert werden die Compliance Chefin der Deutschen Telekom, Manuela Marckert oder der Vorstandssprecher von 1&1.

Nach einer dem Handelsblatt vorliegenden Studie der Executive Partners Group ist belegt, dass 74% der Personalverantwortlichen und Personalvorstände in Deutschland bereit sind, ihrer ersten Führungsebene Coaching zu bezahlen. Gruppencoachings sind noch sehr selten. In dem Artikel werden Coaches als neutrale Feedbackgeber bezeichnet. Sie geben keine Ratschläge, sondern sind nur Katalysatoren (deshalb auch Peter Knapp – coaches & catalysts!).

Dazu habe ich eine andere Meinung. Coaches sind Feedbackgeber und gute Zuhörer – ja. Und an manchen Stellen sollten Coaches deutlich mit ihrem Fachwissen Position beziehen und eine Richtung oder Vorgehensweise vorschlagen. Und Führungskräfte fordern das auch.

Es gibt viele Gründe, sich einen Coach zu suchen. Inhalte des Coachings sind Führungskompetenz und Arbeitsmethoden zu verbessern oder die Begleitung in Transformationsprozessen. Oder Themen, die sich nur schwer im Kollegenkreis besprechen lassen. Mit dieser Beschreibung der Einsatzfelder verändert sich der Blick auf das Coaching entschieden. Weg vom Problemcoaching – jemand hat ein Problem und bekommt ein Coaching – hin zu einer Unterstützung bei der optimalen Leistungserbringung.

Der Artikel gibt damit einen differenzierten Blick auf die positive Entwicklung des Personalentwicklungsinstruments „Coaching” und das eben auch aus Nachfragersicht.

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