Wann ist endlich Wochenende?

Gallup schockt: Die Motivation bei den meisten Beschäftigten ist mehr als mau

Frisch erschienen: Die jährliche Studie mit dem Engagement-Index von der US-Unternehmensberatung Gallup. Die Ergebnisse sind haarsträubend: Knapp ein Viertel aller Beschäftigten (24 Prozent) hat bereits innerlich gekündigt. Auf alle Erwerbstätigen hochgerechnet wären das 8,4 Millionen Menschen. Doch noch erschreckender, weil es die große Mehrheit betrifft: Ganze 61 Prozent der Mitarbeiter in Unternehmen machen nur noch Dienst nach Vorschrift. Nur 15 Prozent der Befragten gaben an, eine emotionale Bindung an ihre Brötchengeber zu haben und – so heißt es in der Studie – würden sich also freiwillig für die Ziele des Unternehmens einsetzen. Die Zahlen müssten eigentlich in Unternehmen die Alarmglocken schrillen lassen. Denn wer keine Lust auf seinen Job hat, entwickelt keine Ideen, übernimmt keine Verantwortung, demotiviert andere und hat obendrein viel mehr Fehltage. Folge mangelnder Innovationen und einer hohen Fluktuation ist ein enormer Produktivitätsverlust. Oder in Zahlen: zwischen 112 und 138 Milliarden Euro Kosten entstehen laut Gallup-Hochrechnungen der deutschen Volkswirtschaft. Das ganze ist nicht neu. Seit zwölf Jahren werden diese Studien durchgeführt und geben im Großen und Ganzen ein ähnliches Bild. Der hohe Anteil der inneren Kündigungen ist in diesem Jahr jedoch der (bisherige) Höchststand.

gallup-engagement-index-deutschlandDas hat auch mit dem demografischen Wandel zu tun. Denn gerade die von der Politik zurzeit viel beschworene Generation 50+ fühlt sich besonders wenig unterstützt, gefördert und angesehen – sie treibt den Prozentsatz in die Höhe.

Wo aber liegen die Ursachen? Die miesen Zahlen gehen auf’s Konto der Chefs. Schlechte Mitarbeiterführung, so heißt es. Die Unternehmen müssten sich dringend um die  Mitarbeiterbindung kümmern, fasste Studienleiter Marco Nink zusammen. Dass ganze 91 Prozent der Befragten zufrieden mit ihrem Job sind, wie die Studie auch erbrachte, schließt offenbar nicht aus, dass sie trotzdem nicht engagiert bei der Sache sind. Vielen Führungskräften fehle die entsprechende Ausbildung. Beispielsweise verteilten sie viel seltener Lob, als sie selbst glaubten. Mehr Identifikation bringt mehr Motivation – dann ist der Montag auch nicht mehr so schlimm.  

Ein breites Feld liegt hier also für Training und Seminare für Führungskräfte noch teilweise brach. Prima unter anderem auch für das Unternehmen Gallup. Die Bedeutung der Weiterqualifikation macht die Studie zumindest eindringlich klar.

Wer sehr amüsant und bitterböse auf den Punkt mehr zum Thema lesen möchte, dem sei „Die Entdeckung der Faulheit: Von der Kunst, bei der Arbeit möglichst wenig zu tun“ von Corinne Maier empfohlen.

Wie der Index berechnet wird:

Für die Studie wurden 2198 Arbeitnehmer telefonisch (nach Zufallsprinzip) zu ihrer emotionalen Bindung an den Job befragt. Allerdings nicht direkt, sie beantworteten 12 Fragen zum Arbeitsplatz und –umfeld, Annerkennung und Arbeitsmaterialien und gaben Bewertungen auf einer Skala von eins bis fünf ab.

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