Verhandlungsdynamik zwischen Geschäftsleitung und Betriebsrat

Auszug aus dem Interview mit der Betriebsratsvorstizende Frau Bruning im Rahmen des Artikels zur Verhandlungsdynamik zwischen Geschäftsleitung und Betriebsrat. Erschienen in der Zeitschrift Konfliktdynamik 3, 2013

Knapp: Wie sehen Sie Ihre Rolle als Betriebsrätin?

Bruning: Mein Verständnis ist , dass der Betriebsrat mit der Geschäftsleitung gemeinsam arbeitet – natürlich jeder an seiner Stelle – und dass die Geschäftsleitung bei all ihren Entscheidungen den Input des Betriebsrates gleich mit berücksichtigt. Ich als Betriebsrat verstehe mich eigentlich in dieser Funktion, dass ich der Geschäftsleitung helfe, die Perspektive zu wechseln und auch die andere Seite zu sehen, mit zu denken und mit zu verstehen. Ich habe oft das Gefühl, dass da zu isoliert gedacht wird. Wenn man von Anfang an die Sicht der Arbeitnehmer mit einfließen ließe, wäre es einfacher, auf Lösungen zu kommen, die alle Beteiligten zufrieden stellen würden.

Knapp: Was zeichnet die Besonderheit für Sie aus, wenn Betriebsrat und Geschäftsführung miteinander verhandeln?

Bruning: In Bezug auf die Verhandlungsstrategie habe ich oft das Gefühl, da stehen sich zwei Parteien gegenüber. Und so entsteht schnell der Eindruck, man müsse gegeneinander kämpfen. Meine Strategie ist es eher, zu zeigen, dass ich nicht aus Prinzip gegen bestimmte Pläne der Geschäftsführung bin, sondern dass jeder natürlich von seiner Seite auf die Sache guckt, um die es gerade geht.- und dass wir im Grunde an einem Strang ziehen. Insgesamt kann ich sagen, dass wir bei allen Differenzen ein ziemlich gutes Verhältnis haben.

Knapp: Was denken Sie warum Geschäftsführungen oft so agieren, dass sie den Betriebsrat erst sehr spät einbeziehen? Was Sie darlegen, heißt ja, es müsste eigentlich von Interesse sein, den Betriebsrat möglichst früh einzubeziehen.

Bruning: Bei mir kommt das so an, dass Geschäftsführungen oft glauben, ihre Mitarbeiter oder ihre Mitarbeitervertreter hätten ganz andere, gegensätzliche Interessen.

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