Der Ruf nach dem Mediator

Aller Orten wird der Ruf nach einem Mediator laut. Im Dezember wurde im Streit um den Suhrkamp-Verlag der ehemalige Kulturstaatsminister Michael Naumann als Mediator vorgeschlagen, um zu vermitteln.
Sehr schnell war dieser Vorschlag aber wieder vom Tisch, weil Naumann nicht als unparteiisch akzeptiert wurde.

Jetzt ist der Berliner Flughafen in aller Munde und in allen Medien. Der Erföffnungstermin Oktober 2013 sei nicht mehr zu halten. Nachdem auch der vierte Termin geplatzt ist, wird vorerst kein neuer mehr genannt. Von politischem Hin- und Her und dem Zuschieben von Verantwortung statt einer zeitnahen Lösung von Konflikten ist die Rede.

Auch hier wird empfohlen, den Konflikt unter Hinzuziehung eines Mediators zu lösen.
Frank Roselieb ist Leiter des Instituts für Krisenforschung in Kiel und beschäftigt sich mit der Kommunikation im Krisenmanagement von Großprojekten. Gefragt von tagesschau.de (http://www.tagesschau.de/inland/roselieb100.html) am 8. Januar 2013, was er den BER Verantwortlichen rate, antwortet er:

„Bei anderen Projekten wurde ein Mediator gestellt. Heiner Geißler bei “Stuttgart 21″ zum Beispiel. Wenn man sich die großen Flughafen-Projekte anschaut, fände sich da bestimmt jemand. Hier wäre der Bund gefragt“.

Beim Berliner Flughafen BER könnte sicher zwischen den politischen Akteuren mediiert werden, um endlich damit Schluss zu machen, die jeweils andere Partei für schuldig zu erklären (Klaus Wowereit). Aber auch auf der Baustelle und innerhalb der Flughafengesellschaft sei die Stimmung schlecht beteuert Matthias Platzeck in fast jedem Interview.

Letztlich zeigen die Geschehnisse rund um den BER auch, wie teuer nicht gelöste Konflikte die Beteiligten – in diesem Fall die öffentlichen Hand – zu stehen kommen. Die Mehrkosten belaufen sich auf über 2 Milliarden Euro. So teuer kann es werden, wenn Konflikte aus dem Ruder laufen und zum Beispiel Architekten mit Ihrem Fachwissen davon gejagt werden. Trotz dieser Entwicklungen kann Mediation sicherlich auch hier und noch immer zu einer Verbesserung der Situation beitragen.

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